• Foto: Sabine Münch

Käpt'n Blaubär Spielplatz

Geschichte

Der Käpt'n-Blaubär-Spielplatz verdankt seine Existenz dem Bau des Einkaufszentrums Neukölln Arcaden. Bevor die Shopping-Mall (anfangs unter dem Namen „Forum Neukölln“) 1998 bis 2000 an der Ecke Karl-Marx-Straße/ Flughafenstraße gebaut wurde, befand sich dort auf dem früheren Gelände eines aufgegeben Busdepots ein Abenteuerspielplatz. Weil dieser weichen musste, entstand 2001 bis 2002 als Ausgleichsmaßnahme im Blockinnenbereich zwischen Karl-Marx- und Reuterstraße der Käpt'n-Blaubär-Spielplatz.

Das Schiff und die Klettergeräte auf dem Spielplatz erinnern an die „Käpt'n Blaubär“- Kindergeschichten des Zeichners Walter Moers, die durch „Die Sendung mit der Maus“ sehr populär wurden. Die Figuren des Käpt'n Blaubär, seiner drei Enkel und des Leichtmatrosen Hein Blöd sind natürlich auch auf dem Spielplatz anwesend. Neben dem Spielschiff und dem Beiboot wurde ein Wasserspielgerät mit einer als Leuchtturm gestalteten Pumpe gebaut. Dazu kamen eine Doppelschaukel, Reifenschwinger, Kletternetze, Rutschstangen und ein tiefer gelegter Bolzplatz. Zum Verweilen laden Sitzbänke unter einer berankten Pergola ein. Der Bau des 2.500 Quadratmeter großen Spielplatzes kostete 600.000 Euro.

Trotz seiner etwas versteckten Lage – der Spielplatz war anfangs nur von der Reuterstraße aus zugänglich – erfreute er sich schnell großer Beliebtheit. Er zog aber leider auch Vandalen an: 2003 wurde ein Spielgerät abgefackelt, es entstand ein Schaden von 8.000 Euro. Ein Jahr später versuchte der Bezirk das Problem zu lösen, indem er einen Zugang von der Karl-Marx-Straße eröffnete. Die damalige Baustadträtin Stefanie Vogelsang erwartete dadurch „eine gewisse soziale Kontrolle, die sich hoffentlich auch positiv auf den angrenzenden Käpt'n-Blaubär-Spielplatz auswirkt“.

2007 wurde nebenan in der Reuterstraße 10 das blaue Haus des Kinder- und Elterntreffs „Blueberry Inn“ eröffnet. Die Mitarbeiter*innen des Jugendsozialarbeitsträgers Outreach, die das „Blueberry Inn“ betreuen, werfen nebenbei auch ein Auge auf den Käpt'n-Blaubär-Spielplatz.

Generalüberholung

Der Käpt'n-Blaubär-Spielplatz ist neben dem Boddinplatz der einzige öffentliche Spielplatz im Flughafenkiez und wird von den Kindern viel und gern genutzt. Auch Kita-Gruppen, Schulklassen und nicht zuletzt die Kinder vom benachbarten Blueberry Inn tummeln sich hier regelmäßig. Der Spielplatz wird doppelt so stark genutzt, wie man es bei der Planung ursprünglich angenommen hatte. Für viele Kinder ist der Käpt'n-Blaubär-Spielplatz ihr Lieblingsort – obwohl hier längst nicht alles perfekt ist.

Zehn Jahre nach der Eröffnung war unübersehbar, wie der Zahn der Zeit am Käpt'n-Blaubär-Spielplatz genagt hat. Einige Spielgeräte konnten wegen der Geldknappheit des Grünflächenamtes nicht repariert werden und mussten aus Sicherheitsgründen ersatzlos abgebaut werden. Der Spielsand war seit der Eröffnung des Platzes noch nie ausgetauscht worden. Auch Vermüllung und Vandalismus traten leider häufig auf. So hat das Grünflächenamt es irgendwann aufgegeben, die immer wieder zerstörte Pforte am Eingang zu reparieren. Dies haben wiederum rücksichtslose Radfahrer*innen als Einladung aufgefasst, den Spielplatz als Abkürzung zwischen Reuterstraße und Karl-Marx-Straße zu missbrauchen.

Für die längst überfälligen Reparaturen hatte der Quartiersrat 2012 zunächst 13.000 Euro bewilligt. Darüber hinaus konnte auch das Grünflächenamt Geld für die Instandsetzung des Käpt'n-Blaubär-Spielplatz zuschießen. Im Jahr 2013 startete die Generalüberholung.

Als neues Spielgerät wurde ein sogenanntes Pylonendrehkarussell aufgestellt. Der beschädigte Kunststoff-Bodenbelag unter allen Spielgeräten und vor dem Basketballkorb wurde erneuert. Der Sand konnte komplett ausgetauscht werden. Außerdem wurden die Holzpalisaden repariert.

Da auch die Farben an den Geräten und Holzfiguren nach rund zehn Jahren verblasst oder abgerieben waren, nahmen Jugendliche der Werkschule Löwenherz Farbeimer und Pinsel zur Hand und sorgten dafür, dass der Spielplatz wieder in alter Buntheit erstrahlt. An der Werkschule Löwenherz in der Schönstedtstraße erhalten Neunt- und Zehntklässler*innen praxisorientierten Unterricht. Davon profitieren auch – wie in diesem Falle – die Neuköllner Spielplätze.

„Käpt'n Blaubär – bleib sauber!“

Die Vermüllung ist ein Dauerärgernis, insbesondere auf Spielplätzen. Leider gibt es immer noch Menschen, die ihre ausrangierten Möbel am Straßenrand abstellen, ihren Hausmüll in die Büsche werfen oder Bonbonpapier und Zigarettenkippen an Ort und Stelle fallen lassen. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) kann die Neuköllner Straßen gar nicht so oft fegen, wie es nötig wäre. In den öffentlichen Grünanlagen ist das Grünflächenamt zuständig, das aber viel zu wenig Personal dafür hat.

Um zu zeigen, dass man sich damit nicht abfindet, greifen immer wieder Bürger*innen selbst zu Besen und Schaufel. Mitte der 2000er Jahre hatte sich im Flughafenkiez die Anwohner*inneninitiative „Bürger machen Putz“ gegründet, die mit ihren Aufräumaktionen anfangs auf hohe Resonanz stieß, aber irgendwann wieder eingeschlafen ist. Dennoch wurden vom Quartiersmanagement weiterhin sporadische Sauberkeitsaktionen angestoßen.

Speziell für den Käpt'n-Blaubär-Spielplatz startete im Jahr 2012 die Aktion „Käpt'n Blaubär – bleib sauber!“ Seither finden dort regelmäßige Sauberkeits- und Aufräumaktionen statt. Von Mai bis Oktober 2014 kamen alle zwei Wochen mittwochs zwischen 15.30 und 16.30 Uhr Besen, Harke und Müllgreifzange zum Einsatz. Die Sauberkeitsaktion wurde vom Kinder- und Elterntreff Blueberry Inn zusammen mit dem Quartiersmanagement organisiert. Unterstützt wurde die Putzstunde durch die BSR und das Grünflächenamt, die professionelles Werkzeug bereitstellen und den eingesammelten Müll entsorgen. Nicht nur die Kinder vom Blueberry Inn, auch die Schüler der Evangelischen Schule Neukölln packen mit an.