• Foto: Sabine Münch

Hermann-Boddin-Grundschule

Lern- und Lebensort

Ein Motor der Kiezentwicklung
Bildung

Gute Bildungsmöglichkeiten zu schaffen, ist eine ganz zentrale Aufgabe des Quartiersmanagements. Es gilt nicht nur, den Kiezbewohnern mit einer soliden Bildungsgrundlage aussichtreiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. 
Gute Schulen sind auch wichtige Stabilitätsanker für das gesamte Quartier. Das gilt insbesondere für 
die Grundschule, die alle Kinder des Kiezes besuchen.

Neustart aus der Talsohle
Erste Schritte

Die Hermann-Boddin-Schule hat 
sich in den letzten zehn Jahren neu erfunden. Die Ausgangslage war bedrückend: Etwa um die Jahrtausendwende nahm der Anteil der kaum deutsch sprechenden Kinder immer weiter zu und deutsche Eltern suchten nach Wegen, ihre Kinder an anderen Schulen anzumelden. So konnte es nicht weitergehen. 
Ab 2009 wehte mit einer neuen Schulleitung eine frische Brise durch das altehrwürdige Gemäuer. Bereits 2006 wurde aus Mitteln der Sozialen Stadt eine Schulstation aufgebaut, deren Finanzierung ab dem Jahr 
2008 vom Bezirksamt Neukölln übernommen wurde. Dort kümmerten sich Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, um die Verbesserung des Schulklimas und um die Einbeziehung der Eltern in Erziehungsfragen. Auf die Zusammenarbeit mit den Eltern legt die Schule seither großen Wert. Schulleiterin Birgit Knopf gibt als Ziel aus: „Die Schule soll ein Lern- und Lebensort sein, der ansprechend ist“.

Grundschule für Bewegung und Kommunikation
Neues Profil

Die Schule hat sich ein klares Profil gegeben: „Bewegung und Kommunikation“. Sprachförderung ist seitdem Bestandteil jeder Unterrichtseinheit. Die Bewegungsförderung soll bei den Kindern, etwa durch Turnen oder Ausdruckstanz, das Körperbewusst- sein stärken. Sie können auch zusätzlich zum Sportunterricht an verschiedenen Fußball- und Handball-AGs teilnehmen. Bei der seit 2012 alljährlich stattfindenden Kiezolympiade auf dem Tempelhofer Feld sind die Kinder der Hermann-Boddin-Schule immer vorne mit dabei.
Musik und Tanz gehören traditionell zu den Stärken der Schule. Es gibt Tanz-AGs, einen Chor, eine Theater-AG und die „BoddinBeatz“. Bei diesen Aktivitäten arbeitet die Hermann-Boddin-Schule unter anderem mit der Musikschule Neukölln, dem Verein Tanzzeit und dem Rotary Club zusammen.
Zudem gibt es mittlerweile mehrere Lernwerkstätten, in denen die Kinder individuell lernen können. In den vielfältigen Angeboten sollen sich alle Kinder wiederfinden. „Jeder nach seinen Fähigkeiten“, sagt Birgit Knopf. „Die Schüler bekommen mit: Bildung ist etwas Schönes“.
Für neue Zuwandererkinder gibt es außerdem Willkommensklassen, 
in denen sie erst einmal Grundkenntnisse der deutschen Sprache erlernen, bevor sie in die Regelklassen kommen.

Brotzeit für alle
Frühstücksraum

Seit 2010 hat die Schule einen Frühstücksraum, in dem die Kinder gemeinsam ein gesundes Frühstück einnehmen können. Entstanden ist das Angebot in Zusammenarbeit mit dem Verein „brotZeit“, der sich für eine ausgewogene Ernährung von Kindern in einem schwierigen sozialen Umfeld einsetzt. Die Kinder können kostenlos ein reichhaltiges Frühstück mit Müsli, Obst, Brot, Käse, Wurst und Marmelade bekommen. Die Lebensmittel spendet eine Supermarktkette.

Der Weg zur Ganztagsschule
Neubau und Hofgestaltung

Im Februar 2012 konnte der Erweiterungsbau feierlich eingeweiht werden. Damit bekam die Schule genug Räume, um endlich für die ersten zwei Jahrgänge den gebundenen Ganztagsbetrieb aufzunehmen. Die Kinder werden von 8 bis 16 Uhr 
in der Schule betreut. Der starre 45-Minuten-Takt wurde aufgegeben, stattdessen gibt es flexible Unter- richtsblöcke. In dem dreigeschossigen Neubau befindet sich auch eine Mensa für bis zu 100 Kinder. Anschließend wurde auch der Schulhof neu gestaltet. Die Kinder konnten die neuen Spiel- und Bewegungs- möglichkeiten im Frühjahr 2013 in Besitz nehmen. Da seit dem Schuljahr 2015/16 alle Klassenstufen den ganzen Tag über in der Schule sind, muss auch der Altbau für den Ganz- tagsbetrieb fit gemacht werden. Schulleiterin Birgit Knopf wünscht sich dabei mehr Unterstützung vom Senat: „Ganztagsschulen nur vorzu- geben reicht nicht aus, es muss auch die Struktur dafür da sein“. Zunächst werden mit Soziale-Stadt-Geldern Klassenzimmer im Altbau umgestaltet, damit die Kinder sich auch zu-rückziehen und entspannen können. Für diese Umbauten wollen Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam Ideen entwickeln.