• Foto: Sabine Münch

Öffentlicher Raum

Einsatz für einen grünen und sauberen Kiez

Wertvolles und rares Grün
Plätze und Grünflächen


Grün- und Freiflächen sind im Flug- hafenkiez Mangelware. Der Boddinplatz, der Käpt'n-Blaubär-Spielplatz, der Sasarsteig und der Albert-Schweitzer-Platz sind allesamt nicht sehr weitläufig. Da es keinen freien Platz gibt, um neue Grünflächen anzulegen, kann man nur die vorhandenen Anlagen, so gut es geht, verbessern. Und sie pfleglich behandeln.


Der Platz unter der Linde
Graswurzelinitiative


Mit einer Initiative von unten ging es los: Der Wirt und einige Stammgäste des Café Sandmann an der Ecke Reuter-/Erlanger Straße wollten im Jahr 2006 den kleinen dreieckigen Platz verschönern und besser nutzbar machen. Im Herbst 2007 wurde das Hochbeet wesentlich verkleinert, die Fläche neu gepflastert und drei Bänke aufgestellt. Mit diesen einfachen Maßnahmen wurde der „Platz unter der Linde“ zu einem Ort, an dem man sich gerne aufhält.

Dauerpflegefall im Fokus
Sasarsteig


Auch der Sasarsteig, wegen ständiger Vermüllung ein Dauersorgenkind, wurde zu Beginn des Quartiersmanagements in Angriff genommen.
Als Sofortmaßnahme rodete der Bezirk 2006 alle Sträucher. Zwei Jahre später wurde der Weg neu gepflastert und besser beleuchtet. Am unteren Ende laden Bänke zum Sitzen ein. Dicke Findlinge sollen verhindern, dass Radfahrer im Slalom den Sasarsteig hinunterfahren und die Grünanlage beschädigen – was jedoch nicht vollständig gelingt.

Verantwortung für den Sasarsteig
Evangelische Schule Neukölln


Ein Teil der Fläche des Sasarsteigs wurde abgezweigt und dem Schulhof der Evangelischen Schule Neukölln (kurz: ESN) zugeschlagen. Im Herbst 2009 wurden hier mehrere Klettergerüste aufgestellt, gleichzeitig bekam der vorhandene Schulhof neue Spielgeräte.
Da sich direkt am Zaun zum Sasarsteig immer noch Hunde erleichterten, ergriff die Elternvertretung der ESN die Initiative: Im Mai 2014 pflanzten Kinder und Eltern am Rand des Sasarsteigs 40 Bäumchen, Rosen und andere Sträucher, die Hunde vom Zaun fernhalten sollen. Seither haben die engagierten Eltern auch mehrmals den Sasarsteig gesäubert, meist gemeinsam mit dem benachbarten Blueberry Inn. Mit der Zusammenarbeit über die eigenen Grenzen hinweg möchte die ESN zu einem positiven Kiezgefühl beitragen.
„Die Bürger sollen ihre Stadt lieben“, wünscht sich Schulleiter Thorsten Knauer.

We kehr for you
Sauberkeitsaktionen


Die Vermüllung der Straßen, Grünanlagen und Spielplätze ist ein Ärgernis, das der Kiezbewohnerschaft schon lange auf den Nägeln brennt. Nachdem der Anwohnerini- tiative „Bürger machen Putz“ nach einigen erfolgreichen Aufräumaktio- nen die Luft ausgegangen war,
rief das Quartiersmanagement zu verschiedenen Sauberkeitsaktionen auf. So startete 2012 speziell für den Käpt'n-Blaubär-Spielplatz die Kampagne „Käpt'n Blaubär – bleib sauber!“. In unregelmäßigen Abständen greifen auch die Kids vom Blueberry Inn zu Besen, Harke und Müllgreifer.

Gute Geister für Baum und Hund
Patenschaften


„Die Sauberkeit hat sich verbessert, das Hundekotproblem ist zurückgegangen“, resümiert Quartiersrat Christian Hoffmann, der sich von Anfang an für einen grünen und sauberen Kiez eingesetzt hat. Dazu tragen auch die zehn Tütenspender bei. Mit den kostenlosen Plastikbeuteln können Hundehalter die Hinterlassenschaften sauber aufnehmen und entsorgen. Für jeden Spender gibt es einen ehrenamtlichen Paten, der regelmäßig Tüten nachfüllt.
Viele Baumscheiben sind auch kein Hundeklo mehr. Stattdessen machten Anwohnerinnen und Anwohner die Pflanzflächen am Straßenrand zu grünen Oasen. Im Rahmen des Projekts „Grüner Kiez, sauberer Kiez“ sind von 2008 bis 2011 insgesamt 80 Baumscheiben mit einem Zäunchen eingefasst worden. Ladeninhaber und Nachbarn haben Patenschaften übernommen: Sie pflanzen Blumen, gießen regelmäßig und halten das Beet sauber. So erleichtern sie dem Baum das Überleben und verschönern das Straßenbild.

Bügel, wo Platz ist
Fahrradständer


Auf Anregung von Anwohnerinnen und Anwohnern hin wurden viele neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. Besonders bei Umbauten im öffentlichen Raum stellt der Bezirk Fahrradständer auf. Die meisten an zentralen Plätzen, etwa an den „Neukölln Arcaden“ oder am U-Bahn- hof Rathaus Neukölln. Aber auch am unteren Ende des Sasarsteigs, vor dem Haus der Volksbildung und vor dem Quartiersmanagementbüro gibt es mittlerweile sichere Anschließbügel.