Aufregend, improvisiert, charmant: das Filmfestival Boddinale

Foto: Birgit Leiß
Foto: Birgit Leiß

Wem die Berlinale zu glamourös ist, darf sich noch bis Ende der Woche auf cineastische Entdeckungen bei der Boddinale, dem alternativen Filmfestival in der Boddinstraße, freuen. Man sitzt gemütlich mit einem Glas Wein auf dem Sofa und guckt bei freiem Eintritt Filme, die vielleicht nicht immer perfekt, aber in jedem Fall erfrischend anders sind. Überwiegend sind es Kurzfilme, aber auch einige lange Spielfilme sind darunter. Die meisten dieser No- und Low-Budget-Produktionen wurden in Berlin gedreht, von jungen, internationalen Regisseur*innen, die sich anschließend den Fragen des Publikums stellen. Der organisatorische Ablauf klappt nicht immer reibungslos – so begann die Eröffnungsveranstaltung wegen technischer Probleme mit eineinhalbstündiger Verspätung  - dafür kann man schon mal direkt neben einen Filmemacher sitzen.

Die Boddinale, die immer parallel zur großen Berlinale läuft, wurde 2013 von Gianluca Baccanico ins Leben gerufen. Was vor fünf Jahren als recht spontan organisiertes Underground-Festival begann, ist mit jedem Jahr größer und bekannter geworden. Für Nachwuchs-Filmemacher*innen ist die Boddinale mittlerweile ein wichtiges Forum, um ihre Werke einer Öffentlichkeit vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. In diesem Jahr wurden 170 Produktionen eingereicht, 80 davon wurden ausgewählt. „Voraussetzung ist, dass die Filmemacher in Berlin ihre Basis haben, außerdem haben wir auf eine gute Mischung zwischen den Kategorien geachtet“, erklärt Melanie Liu vom Organisationsteam.

Gezeigt werden Animationsfilme, Dokumentationen, Kurzfilme, Spielfilme und Musikvideos. Die Filme laufen im Loophole und in der FilmBar auf fünf Leinwänden parallel. Das anschließende Gespräch mit dem Regisseur wird per Videoschaltung in sämtliche Säle übertragen. Man kann also nichts verpassen. Der Eintritt ist frei. Wie beim großen Filmfestival werden am Ende von einer Jury Preise für die besten Filme vergeben. In diesem Jahr findet auch erstmalig ein Stop-Motion-Workshop statt.

Über den Aktionsfonds des Quartiersmanagements Flughafenstraße hat die Boddinale 2017 einen Zuschuss für die Öffentlichkeitsarbeit erhalten.

 

noch bis 19.Februar, täglich 18 bis 23 Uhr

Loophole, Boddinstraße 60 und FilmBar, Boddinstraße 10

Programm www.boddinale.com