Stärkung der Beschäftigungspotenziale im Quartier

Foto: Viva Sofia Körner
Foto: Viva Sofia Körner

Made in Neukölln

Neukölln-Nord zieht mittlerweile kreative Köpfe aus aller Welt an. Sie mieten hier Ateliers, eröffnen Designerläden oder drehen Filme. Gerade für einen benachteiligten Stadtteil kann das wichtige Jobs bringen.  Zum einen für die Kulturschaffenden und Designer selbst  aber auch für all die, die etwas zuliefern können, etwa Näherinnen oder Druckereien. Im Rahmen des Bundesprogramms BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) sollen diese Beschäftigungspotenziale über das Teilmodul „Wirtschaftsorientierte Stadtteilentwicklung in Nord-Neukölln“ gestärkt werden. Im Flughafenkiez liegt der Fokus vor allem auf der Stärkung der Kreativwirtschaft und der Modebranche. Ein Kooperationspartner ist das Kulturnetzwerk Neukölln e.V. „Uns geht es zum einen darum, die Aufmerksamkeit auf den Produktionsstandort Neukölln zu lenken, etwa indem wir Atelier-Wochenenden oder die 48 Stunden Neukölln organisieren“, erklärt Martin Steffens. Schließlich leben die Künstler*innen auch davon, dass man ihre Kunstwerke kauft. „Made in Neukölln“ soll eine Art Gütesiegel werden. Zum anderen will man Kooperationen zwischen den verschiedenen Einrichtungen anregen. Das Kulturnetzwerk mit mittlerweile 59 Mitgliedern - von der Stadtbibliothek Neukölln über Galerien bis hin zur Evangelischen Kirchengemeinde - vernetzt damit bezirkliche Einrichtungen, freie Träger, Vereine aber auch Initiativen und Produktionsstätten aller Kunst- und Kultursparten in Neukölln. Außerdem werden Qualifizierungen angeboten, zum Beispiel zum Thema Selbstvermarktung im Internet oder zum Urheberrecht.

Modestandort Neukölln

Auch die Modebranche ist in Neukölln-Nord stark vertreten. Vor allem aus dem Ausland sei ein riesiger Zulauf zu verzeichnen, sagt Daniela Fleig von NEMONA (Netzwerk Mode und Nähen): „Neukölln macht sich im Lebenslauf mittlerweile ebenso gut wie Barcelona und die vergleichsweise niedrigen Mieten lösen immer noch Erstaunen aus.“ Doch davon auch seine Existenz bestreiten zu können – das ist nicht einfach. Das Zauberwort lautet auch hier Vernetzung. Als unterstützende Plattform bietet NEMONA Kurse und Workshops, organisiert Modeschauen und berät zu Fragen wie: Wer macht einen Schnitt aus meinen Entwürfen? Wie kann ich mich besser vermarkten? Außerdem wurde das „Sourcebook“ aufgebaut, ein Onlineportal mit über 2000 Adressen aus der Mode- und Textilbranche. Das Ziel: die hier ansässigen Modedesigner*innen und Produzent*innen zusammenzubringen. Eine Zeitlang haben beispielsweise türkischstämmige Frauen aus dem Stadtteil Mützen und Bikinis für ein Modelabel gehäkelt. „Wir wollen Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und die Situation der Neuköllner Modeschaffenden verbessern“, erklärt Daniela Fleig. Regelmäßig finden auch Verkaufsausstellungen im Karstadt sowie in den Neukölln Arcaden statt. Solche Pop-up-Shops bieten den Modemacher*innen nicht nur die Möglichkeit ihren Absatz zu steigern. „Der persönliche Kundenkontakt und der Austausch mit den Kolleg*innen  sind einfach Gold wert“, weiß Daniela Fleig.

 

Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
Karl-Marx-Straße 131
030 / 68 24 78 0
www.kulturnetzwerk.de

NEMONA e.V.
Mainzer Straße 5
030 / 60 97 55 14
www.nemona.de

Infos zu BIWAQ
https://www.biwaq.de/BIWAQ/DE/Projekte/Projekte_BIWAQ3/2183_Berlin_Neukoelln.html