Eine Wundertüte Kunst

Foto: Birgit Leiß
Foto: Artistania e.V.
Foto: Lucia Fischer & Marie Letkowski

Eine Ausstellung in der Drogerie? Eine Lichtinstallation in der Arztpraxis? Das kann nur eins bedeuten: die 48 Stunden Neukölln haben begonnen. Jahr für Jahr verwandelt Berlins größtes freies Kunstfestival den Bezirk zwei Tage lang in ein künstlerisches Experimentierfeld.

Das Besondere dieses Festivals ist nicht nur die künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen, sondern auch der Anspruch, alle Bevölkerungsgruppen einzubinden - unabhängig von sozialer Stellung und ethnischer Herkunft. Um Hürden abzubauen, finden die Lesungen, Performances, Ausstellungen und so weiter nicht nur in Galerien oder Ateliers statt, sondern auch im öffentlichen Raum oder an ganz ungewöhnlichen Orten. Etwa in den Neukölln Arcaden, wo man mitten im Einkaufstrubel Ausstellungen und Installationen erleben kann. Im Hinterhof der Reuterstraße 80 werden Lieder von den Schattenseiten des Lebens vorgetragen und im dm-Drogerie-Markt in der Karl-Marx-Straße wird ein Trickfilm von Geflüchteten und Neuköllner Kindern gezeigt. Wer bei dem Riesen-Angebot den Überblick verliert, kann sich einer der Führungen anschließen, darunter auch eine für Gehörlose, die im Café Ole in der Boddinstraße 57 startet.

Thema des diesjährigen Festivals ist Schatten. Es geht um das Spannungsverhältnis von Licht und Dunkelheit, aber auch um die Schattenseiten der Gesellschaft.

Bei verschiedenen Aktionen werden sich auch Kinder und Jugendliche künstlerisch betätigen. So wollen Schüler*innen der Hermann-Boddin-Grundschule weiter an der Kletterwand auf dem Boddinplatz arbeiten. Im Rahmen der Graffiti-AG haben sie im April, angeleitet durch Miles Sehmrau, eine Berglandschaft gestaltet. Nun sollen am 24.6. noch weitere Figuren und Schriftzüge aufgesprüht werden. Als Motive haben sie sich Monster, Planeten und das Weltall ausgedacht.

Ein ganz besonderes Spektakel verspricht auch der Spaziergang mit dem versteckten Schultier am 24.6. zu werden. Etwa 20 Kinder aus der Freizeit-AG der Schule haben, zusammen mit der Theaterpädagogin Fiona Kelly und  Claire Chaulet vom Verein Artistania an der Großpuppe gebaut. Es ist ein Fabeltier mit Flügeln, ein Mischwesen aus Panda, Tiger, Fledermaus und Eule. „Die Kinder sind schon ganz gespannt, wie es aussieht, wenn die Figur bewegt wird und richtig läuft“, erklärt Fiona Kelly. Von der Neckarstraße 19, wo Artistania sein Atelier hat, zieht die kleine Parade zur Schudomastraße und wieder zurück. Los geht’s gegen 16 Uhr.

23. bis 25.Juni
Programminfos unter

www.48-stunden-neukoelln.de

Kulturnetzwerk Neukölln e.V.

Karl-Marx-Str. 131

Telefon 030/ 68 24 78 21

 

Kunst an Betonwänden

Die Treppe zum Kindl-Gelände sowie die Kachelwand der ehemaligen Vollguthalle in der Neckarstraße werden bereits seit letztem Jahr zusammen mit Schüler*innen gestaltet. Das neue Projekt „VerWANDlung“ führt die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ort weiter. Bei mehreren Workshops haben die Schulklassen, darunter auch die Hermann-Boddin-Schule, mit Kunstschaffenden eigene Entwürfe erarbeitet. Am 17.Juli sollen sie zusammen mit Industriekletterern in Form von selbstklebenden Folien an die Kachelwand angebracht werden.

17.Juli 9 bis 14 Uhr

Kindl-Treppe Neckarstraße 9 (Ecke Isarstraße)