48 Stunden Neukölln im Flughafenkiez

Foto: QM Flughafenstraße
Foto: Jens Sethmann
Foto: Jens Sethmann

Vom 23. bis zum 25. Juni fand zum 19. Mal das Kunstfestival 48 Stunden Neukölln statt – natürlich auch im Flughafenkiez. Das offizielle Programm der diesjährigen 48 Stunden Neukölln stand unter dem Motto „Schatten“. Auch im Flughafenkiez gab es viele spannende Ausstellungen, Mitmach-Aktionen und künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Festivalthema.

Am Festival-Sonnabend hatte das geheimnisvolle Schultier der Hermann-Boddin-Schule seinen großen Auftritt. Etwa 20 Kinder aus der Freizeit-AG und aus der Willkommensklasse haben seit März an dieser Großpuppe gebastelt. Das Schultier ist ein Mischwesen aus Panda, Tiger, Fledermaus und Eule. Dieses Fabelwesen lebt versteckt im Keller der Schule und kommt erst heraus, wenn alle gegangen sind.

Nach drei Monaten Bauzeit zeigte sich das Fantasietier nun in der Öffentlichkeit. In einem großen Umzug wanderte die Puppe mit ihren Erbauer*innen von der Hermann-Boddin-Schule durch halb Neukölln. Entworfen und gebaut haben die Kinder die Riesenskulptur mit Hilfe der Künstler*innen Claire Chaulet, Fiona Kelly und Saba Tsereteli vom Verein Artistania.

Blumen für die Berglandschaft

Die Kids von der Graffiti-AG an der Hermann-Boddin-Schule haben am 48-Stunden-Wochenende auf dem Boddinspielplatz an ihrem großen Wandbild weitergearbeitet. An der Kletterwand entsteht ein Alpenpanorama mit schneebedeckten Gipfeln, einer grünen Alm und einem Bergsee.

Schon im April haben die Schüler*innen mit der Grundierung begonnen. Leider hat zwischenzeitlich ein nicht sonderlich begabter Sprayer einen Schriftzug darüber gesprüht. „Das müssen wir jetzt erstmal wieder übermalen“, erklärt der Graffiti-Künstler Miles Sehmrau, der die Kinder anleitet.

Die Gebirgslandschaft bekommt nun noch eine Sonnenblume, Wolken, eine Blumenwiese, und eine große Biene. Am Sonnabend-Nachmittag gingen einige Grüntöne zur Neige und die Kinder verließ langsam die Kraft in den Fingern. „Nächste Woche wollen wir damit fertig sein“, sagt Miles Sehmrau. Anschließend sind drei kleinere Mauern auf dem Spielplatz dran. Als Motive haben sich die Kinder hierfür Monster, Planeten und das Weltall ausgedacht.

Mitmachkunst an der Betonwand

An der Kindl-Treppe präsentierte sich das Projekt „Meine Welt – gemeinsam gestalten“. Zusammen mit den Neuköllner*innen verschönern Nicolas Freitag und Anja Röhling die Betonwände der Treppenanlage. Dazu sind über 400 Kreise und Streifen an den Wänden befestigt. Jeder dieser Kreise und Streifen ist ein Platzhalter für ein Bild oder einen Text zum Thema „Meine Welt“. Alle, die Lust haben, an der Gestaltung mitzuwirken, sind eingeladen, Bild- oder Textvorschläge zu machen. Nach und nach werden die Wände komplettiert. Zu 48 Stunden Neukölln sind die neuesten Arbeiten angebracht worden.

„Schatten“ an vielen Orten

In den Räumen des Öffnet externen Link in neuem FensterKunstvereins Neukölln in der Mainzer Straße 42 stellten die Künstler*innen Cathérine Evans & Piotr Petrus, Kati Gausmann und Yuni Kim unter dem Titel „The Presence of Absence“ Fotografien, Projektionen, Zeichnungen, Installationen und Objekte aus, die sich mit dem Phänomen Schatten auf physikalische wie auf philosophische Weise beschäftigen.

In der Seminaretage vom Öffnet externen Link in neuem FensterUmweltconsulting Dr. Hoffmann in der Neckarstraße 5 hat Carolin Koch das Thema etwas abgewandelt: In ihrer Ausstellung „S-Chatten“ thematisiert sie die Macht der Cybermobber*innen, die als anonyme Schattengestalten in Online-Chats anderen Menschen das Leben zur Hölle machen können.

In der Öffnet externen Link in neuem FensterHelene-Nathan-Bibliothek gab es mehrere Veranstaltungen: Maximilian Meier las aus seiner Zukunftsvision „Die politische Intervention im Zeitalter des Schattens“. Die fünf Autor*innen der Gruppe MischMash stellten unter dem Titel „Im Bann der Schatten“ ihre Kurzgeschichten vor, in denen drei Superheld*innen auf Schattenjagd gehen. Maria Magdalena Gonzalez und Marlene Dittrich-Lux erzählten vom „Geheimnis um das blaue Licht“ und die Musikerin Dora Dana brachte Chansons zum Thema Schatten auf die Bühne.