Der große Tag der Kinder-Wandkunstwerke

Foto: Sina Ness
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Kurz vor den Sommerferien stand in der Neckarstraße die Abschlusspräsentation des Kunstprojekts „VerWANDlung“ an. Für die beteiligten Kinder und Jugendlichen aus dem Kiez ein großer Tag. Sichtlich stolz schauten sie zu, wie professionelle Industriekletterer die von ihnen entworfenen Klebefolien an die riesige Kachelwand der Vollguthalle anbrachten. Im unteren Bereich der Wand konnten sie ihre Entwürfe sogar selber ankleben.

Doch zunächst mussten falsch geparkte Autos abgeschleppt werden, was bei den Kids mächtig Eindruck machte – schließlich ging es einzig und allein um das Anbringen ihrer Kunstwerke. „Sind Sie Polizist?“, wollte dann auch ein Junge von Bezirksstadtrat Jan-Christopher Rämer wissen. Doch der war lediglich gekommen, um sich anzuschauen, was die Schüler*innen bei mehreren Schulworkshops zusammen mit Kunstschaffenden fabriziert hatten. Zum Beispiel einen Panzer, der mit Konfetti schießt. Oder ein buntes Bild im Stil von Henri Matisse.

Bei dem Kunstprojekt hatten sich Schüler*innen aus der Hermann-Boddin-Schule, der Röntgen-Schule und der Praxisklasse der Werkschule Löwenherz  mit der neu entstandenen Raumsituation in der Neckarstraße auseinandergesetzt. Unter Anleitung von  Künstler*innen erarbeiteten sie eigene Entwürfe und Motive, welche die Botschaften der Kinder visuell zum Ausdruck bringen. Es ging um Fragen wie: Was ist uns für unsere Stadt wichtig? Was wollten wir den Anwohner*innen und Passant*innen immer schon einmal sagen? Was vergessen die Erwachsenen immer? Welche Träume haben wir für diesen öffentlichen Ort?

Und am Ende: Pizza für alle

Aus insgesamt 20 Entwürfen wählte eine Jury die 9 schönsten aus. In der Jury saßen neben Vertreter*innen vom Bezirksamt, eine Vertreterin der Öffnet externen Link in neuem FensterVOLLGUT UG & Co KG und der Öffnet externen Link in neuem FensterAktion Karl-Marx-Straße auch zwei Schülerinnen. Und die setzen durch geschickte Punktevergabe eine Ninja-Kämpferin durch. Die Erwachsenen konnten mit der Comicfigur nicht so viel anfangen, erzählt Projektleiterin Sina Ness amüsiert. Das Anbringen der Klebefolien am 17. Juli wurde dann zur fröhlichen Aktion, die mit einer meterlangen Pizza beendet wurde.

Die ersten Reaktionen der Passant*innen fallen positiv aus. „Endlich ein paar schöne Bilder neben all den Kritzeleien, die Wand sah immer so schäbig aus“, findet eine Frau. Ihrer Tochter gefällt vor allem das schwimmende Mädchen. Bei dem Projekt geht es auch darum, die massive, 100 Quadratmeter große Wand  weiter aufzulockern und für Anwohner*innen und Passant*innen ansprechend zu gestalten. Das nun entstandene temporäre Kunstwerk soll zunächst für sechs Monate Bestand haben. Danach wird entschieden, ob ein weiterer Verbleib an der Wand möglich ist.