Farbenfrohe Berglandschaft und Mitmachangebote am Boddinspielplatz

Foto: Birgit Leiß
Foto: Birgit Leiß
Foto: Birgit Leiß
Foto: Birgit Leiß

Auf dem vor einem Jahr rundumerneuerten Boddinspielplatz sollen sich alle wohlfühlen. Dazu tragen seit neuestem eine aufgesprühte Berglandschaft und die Spiel- und Sportangebote von „Boddin Power Play“ bei.

Am letzten Tag vor den Schulferien wurde das Bild auf der Kletterwand endlich fertig. Seit Monaten hatten Kinder aus der Grafitti-AG der Hermann-Boddin-Schule mit dem Graffiti-Künstler Miles Sehmrau daran gearbeitet. Am 19. Juli erfolgte dann der letzte Feinschliff. Die Fünft- und Sechstklässler sprühten die gelbe Blume mit der Sonnenbrille aus und verpassten unter Anleitung von „Herrn Miles“ der pinkfarbenen Blume die letzten Konturen. Als kleine Anerkennung gab’s am Ende von Quartiersmanager Thomas Helfen eine Tüte mit Seifenblasen und einem Fidget Spinner. Die Graffiti-Aktion wurde vom Quartiersmanagement Flughafenstraße und dem Bezirksamt Neukölln unterstützt.   

Der Boddinspielplatz macht mobil

Dass Kinder mit Spraydosen zugange sind, versetzte Nemer El-Khodr zunächst in Alarmbereitschaft. Doch dann stellte er beruhigt fest, dass alles seine Richtigkeit hat. Der erfahrene Streetworker und Trainer und seine Kollegen von MaDonna Mädchenkult.Ur e.V. sorgen unter dem Motto „Boddin Power Play“ im Auftrag des Jugendamtes Neukölln seit Anfang Juli dafür, dass auf dem Boddinspielplatz alle ihren Spaß haben und dass es friedlich und respektvoll zugeht. „Ganz toll“, findet eine Mutter das Angebot. Sie kommt mit ihren Zwillingen fast jeden Tag hierher: „Oft spielen die Kinder ja immer das gleiche, aber hier bekommen sie neue Anregungen“. Nemer El-Khodr und seine Kollegen bringen verschiedene Spiel- und Sportgeräte mit. Auf dem Bolzplatz kann man unter anderem Seilspringen, kicken oder Tennis spielen.

Shisha rauchen auf dem Spielplatz – das geht gar nicht!

Die Aufgabe des Teams ist es aber auch, ein Auge auf diejenigen Jugendlichen zu haben, die hier mitunter Stress machen. „Es kommt öfter vor, dass Jugendliche auf den Spielplatz Shisha rauchen, manche pöbeln herum oder sind laut“, erklärt Nemer El-Khodr. Die Mitarbeiter reden dann mit ihnen und bitten sie, sich zumindest auf den Boddinplatz auf die gegenüberliegende Seite der Mainzer Straße zu begeben. Man mache das auf lockere Art und Weise, betonen die beiden Mitarbeiter. Mittlerweile hat man gute Kontakte aufgebaut und hat auch ein offenes Ohr für die Probleme und Sorgen. Viele, die sich hier in unterschiedliche Gruppierungen treffen, kommen  aus anderen Kiezen. Einige konnte man bereits motivieren, in ein Jugendzentrum zu gehen, statt auf einem Spielplatz herumzulungern. Viele Eltern und Nachbarn fühlen sich sicherer und wohler, seit das Team von Boddin Power Play bis in die Abendstunden vor Ort ist.

Das Angebot wird noch bis mindestens Ende 2017 im Rahmen des Projekts "Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention" aus Mitteln der Senatsverwaltung für Inneres und Sport finanziert. Man kann einfach ohne Anmeldung vorbeikommen. Alle Teilnehmer*innen sind willkommen.

Boddin Power Play

Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 16.00 bis 21.00 Uhr
Samstag von 15.00 bis 20.00 Uhr
Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr