Die Alte Post wird hip

Foto: Jens Sethmann
Foto: Jens Sethmann
Erweiterungsbau (c) Commodus GmbH
Visuatlisierung Innenausbau (c) Commodus GmbH

Die Alte Post an der Karl-Marx-Straße wird modernisiert und entsprechend dem neuen Nutzungskonzept für Büros, Wohnen, Gastronomie und Einzelhandel umgebaut. Am 21. September stellte der Investor, zusammen mit Bezirksbürgermeisterin, Dr. Franziska Giffey und dem Stadtrat für Stadtentwicklung, Bürgerdienste und Soziales, Jochen Biedermann, das Konzept vor.

„Ich freue mich, dass nach 15 Jahren Leerstand bald wieder neues Leben an diesen historischen Ort zurückkehrt“, sagte Dr. Franziska Giffey, bevor sie Jörg Möller, dem Geschäftsführer des Investors Commodus, die Baugenehmigung für den Umbau überreichte. Die Immobilienfirma hat den Gebäudekomplex im Juni 2016 gekauft. In der ehemaligen Schalterhalle stellte Möller nun seine Planungen vor.

Co-Working, Gastronomie und Supermarkt

Rechts des Haupteingangs an der Ecke Anzengruberstraße soll ein Restaurant einziehen, das auch den ersten Stock und die Terrasse über dem Eingang nutzen wird. Links der Eingangshalle werden Bürotrakte eingerichtet, die nach der Co-Working-Idee ein flexibles Arbeiten zulassen. Rund 400 Büroplätze sollen hier entstehen. Der Anbieter Regus steht schon als Mieter fest. Für dessen Chef Daniel Grimm ist die Alte Post „das ideale Objekt“.

Außerdem entsteht ein Supermarkt, der von der Karl-Marx-Straße aus zugänglich sein wird. „Dabei wird das alte Postamt nicht sein Gesicht verlieren“, sagt Jörg Möller. Beim Umbau des 1906 errichteten Gebäudes sind strenge Denkmalschutzauflagen zu beachten.

Junge Kunst bleibt, Wohnungen kommen hinzu

In einem zweiten Schritt wird das ehemalige Fernmeldeamt an der Donaustraße umgebaut und aufgestockt. Die Jugendkunstschule und Young Arts Neukölln bleiben hier Mieter. „Uns war es sehr wichtig, dass dieser Ort erhalten bleibt“, sagt die Bezirksbürgermeisterin. Der letzte Bauteil ist dann ein neues Wohngebäude, das im Innenhof das alte Postamt mit dem Fernmeldeamt verbinden soll.

Insgesamt sind 73 Mietwohnungen geplant. Die meisten davon richten sich mit Größen von nur 22 bis 27 Quadratmetern an Studierende und sogenannte „Young Professionals“. Größer werden hingegen die Wohnungen in den aufgestockten Dachgeschossen. Der Investor stellt sich hier „gutes, gehobenes Wohnen“ vor, „keine Luxuswohnungen“, wie Jörg Möller betont. Was dies genau bedeutet und wie hoch die Quadratmeterpreise im Endeffekt sind, ist noch offen.

Wiederbelebung der Karl-Marx-Straße

Für Commodus stellt die Alte Post eine „einzigartige Immobilie mit hohem Wertschöpfungpotenzial“ dar. Der Investor lässt sich das Ganze 50 Millionen Euro kosten. Ende 2019 soll der Umbau abgeschlossen sein. Dr. Franziska Giffey erhofft sich davon eine weitere Belebung der Karl-Marx-Straße. „Und da ist die Alte Post ein ganz entscheidender Ort“, so die Bürgermeisterin.