Der Kinder- und Elterntreff feiert seinen 10. Geburtstag

Foto: Birgit Leiß
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Ein Leben ohne das Blueberry Inn? Das können sich zahlreiche Kids aus dem Kiez gar nicht mehr vorstellen. Nach der Schule verbringen sie hier ihre Freizeit, treffen Freunde, kochen zusammen oder machen ihre Hausaufgaben. Am 23. September feierte das leuchtend blaue Haus in der Reuterstraße 10 sein zehnjähriges Bestehen.

Am 7. September 2007 hatte der Kinder- und Elterntreff eröffnet. „Mit Ghettoblaster und einem Kicker haben wir angefangen“, erzählte Ralf Gilb. Der Projektleiter von „Outreach – Mobile Jugendarbeit Berlin“, dem Träger der Einrichtung, erinnert sich noch gut daran, wie man die Brachfläche zusammen mit den Jugendlichen von Müll und Dreck befreite. Vorher war auf dem Grundstück eine Autowerkstatt gewesen. Zu den Wegbereitern des dringend benötigten Kinder- und Jugendtreffs gehört neben dem Bezirksamt Neukölln das Quartiersmanagement Flughafenstraße, das den Neubau aus dem Programm Soziale Stadt finanziell unterstützte. Schon bald zeigte sich, dass der rund 50 Quadratmeter große Raum viel zu klein ist. „In Spitzenzeiten kommen bis zu 80 Kinder und wir platzen aus allen Nähten“, sagt Ralf Gilb. Außerdem bräuchte man dringend separate Räume, beispielsweise für Mädchenangebote. Doch das Team vom Blueberry hat von Anfang an das Beste aus der beengten Platzsituation gemacht. Mit viel Engagement und Herzblut stellen die Sozialpädagog*innen unter Leitung von Jens Schielmann Woche für Woche ein attraktives Programm auf die Beine. Ausflüge, Fußballturniere, Rap-Workshops, Kunstaktionen, Hausaufgabenhilfe und seit einiger Zeit auch ein Mädchentag sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Das Anliegen: die Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren zu stärken und ihre Talente zu fördern. Für viele ist das Blueberry ein zweites Wohnzimmer.

Luftballontiere und Zaubershow

Grund genug also, den Geburtstag mit einem bunten Herbstfest zu feiern, zusammen mit Anwohner*innen, Wegbegleitern und natürlich den Kids. Für sie gab es neben der Hüpfburg und Schminken mit den Stadtteilmüttern ein besonderes Highlight: die Zaubershow mit Bingo Bongo. Schon vorher hatten sich lange Schlangen gebildet, als der Clown und Luftballonkünstler aus Luftballons Pudel, Herzen und andere phantasievolle Kreationen formte. Außerdem gab es auf der Bühne Live-Musik, unter anderem von Suli Puschban und Matondo. Der Rapper hatte eigens einen Song für das Blueberry geschrieben. Quartiersmanager Thomas Helfen sprach dem Team ein ausdrückliches Dankeschön für die tolle Arbeit aus. „Auch bei den Eltern möchten wir uns bedanken, denn ohne das Engagement der Elternschaft wäre heute vielleicht immer noch eine Autowerkstatt auf dem Grundstück.“

Das Fest wurde aus Mitteln des Projekts "Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention" vom Bezirksamt Neukölln unterstützt.