Drei große Projekte stehen an

Foto: Jens Sethmann
Foto: Jens Sethmann

Der Quartiersrat diskutierte am 26. September über drei Projekte, die den Flughafenkiez in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Bei den beiden Bauvorhaben muss allerdings noch auf die Förderzusage gehofft werden.

Das neue Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) für den Flughafenkiez ist fertig. Das 55-seitige Dokument bildet den Leitfaden für die Arbeit des Quartiersmanagements. Es ist in den letzten Monaten in Zusammenarbeit mit dem Quartiersrat und den Kiezbewohner*innen entstanden und wurde nun auch vom Bezirksamt Neukölln und von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen bestätigt. In Kürze wird das IHEK auf der Quartierswebsite veröffentlicht werden.

Alte Turnhalle und neues Blueberry

Zwei Bauvorhaben aus dem Flughafenkiez hat das Bezirksamt für eine Förderung aus dem Baufonds des Senats angemeldet: den Umbau der alten Turnhalle der Hermann-Boddin-Schule und den Erweiterungsbau des Kinder- und Elterntreffs Blueberry Inn. Ob die Vorhaben aus dem Baufonds gefördert werden, muss nun die Senatsverwaltung beschließen. Die Entscheidung wird im Dezember oder Januar fallen.

Die alte Turnhalle soll umgebaut werden: Im Erdgeschoss sollen weiterhin Sport- und Bewegungsangebote im Vordergrund stehen und der obere Bereich soll als Multifunktionsraum für Musik, Theater und nachbarschaftliche Angebote genutzt werden. Der Indoor-Spielplatz, der seit einigen Jahren im Winter einmal pro Woche in der alten Turnhalle stattfindet, ist ein Beispiel für eine solche nachbarschaftliche Nutzung. Das Gebäude eignet sich dazu sehr gut, denn es ist direkt von der Straße aus zugänglich und kann so auch unabhängig von den Dienstzeiten des Schulhausmeisters genutzt werden. „Die Turnhalle ist einer der ganz wenigen Orte, wo man so etwas umsetzen kann“, erklärt Quartiersmanager Thomas Helfen. Für den Umbau sind 2,4 Millionen Euro eingeplant. Da im Dachstuhl der Turnhalle gesundheitsschädliche Altlasten gefunden wurden und der Umbau denkmalgeschützt sowie barrierefrei erfolgen soll, liegen die Projektkosten bei 2,4 Millionen Euro.

Sehr dringend ist auch das zweite angemeldete Bauprojekt: der Erweiterungsbau des Blueberry Inn. Der Kinder- und Elterntreff platzt seit Jahren aus allen Nähten. Mit dem geplanten Erweiterungsbau hinter dem blauen Haus könnte der kleine Klub vier- bis fünfmal so groß werden. Das Gelände für den Bau hat der Bezirk bereits gekauft. Nach jetziger Planung rechnet der Bezirk mit Baukosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Vor Mitte 2021 dürfte der Anbau aber wohl nicht fertig sein. 2022 soll außerdem der angrenzende Käpt’n Blaubär Spielplatz umgebaut und erneuert werden.

Konfliktentschärfung an der Kindl-Treppe

Im Oktober wird die Ausschreibung des Projekts „Aufsuchende Nachbarschaftsarbeit in der Spielstraße Neckar-/Isarstraße inklusive Kindl-Treppe“ veröffentlicht. Rund um die neue Treppenanlage zum Kindl-Gelände mehren sich die Beschwerden über Vandalismus, Vermüllung und Drogenkonsum. Zudem lässt sich die neu gestaltete Spielstraße nicht als solche nutzen, weil die Autofahrer*innen viel zu schnell fahren und die Fahrzeuge auch auf jenen Flächen, die eigentlich nicht für das Parken gedacht sind, abstellen. Mit dem Projekt  soll ein Träger gefunden werden, der diese Konflikte entschärft und durch Angebote aufsuchender Nachbarschaftsarbeit und mithilfe temporärer Aktionen und Maßnahmen, die Aufenthaltsqualität in der Spielstraße und rund um die Kindl-Treppe verbessert.

Bevor das Quartiersmanagement über das Auswahlverfahren einen Projektträger, wurde die Situation mit allen relevanten Akteuren und Betroffenen, wie dem Ordnungsamt, dem Straßen- und Grünflächenamt, der Polizei, der BSR, dem Jugendhilfeträger Outreach, der Drogenhilfe Fixpunkt e.V. und der Grundstückseigentümerin besprochen. Dabei kamen bereits einige Ideen zusammen: beispielsweise eine bessere Beleuchtung der Treppe oder auch eine deutlichere Markierung der Parkflächen. Anfang November will das Quartiersmanagement den Träger für diese schwierige Aufgabe auswählen. Das Projekt wird bis Ende 2019 laufen.