Baubeginn eines Recycling-Pavillons

Foto: Jens Sethmann
Foto: Jens Sethmann
Foto: Jens Sethmann

Architekturstudent*innen haben am 9. Februar auf dem Kindl-Gelände den Grundstein für ein außergewöhnliches Multifunktionsgebäude gelegt.

In den nächsten Wochen entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei ein Pavillon aus recycelten Materialien. 30 Architekturstudent*innen der Technischen Universität Berlin haben den Bau im Rahmen des Projekts „Building Cycle“ zusammen mit ihrem Professor Eike Roswag-Klinge entworfen. „Wir haben das Gebäude im letzten Semester geplant und werden es jetzt in den Semesterferien als Baupraktikum selbst bauen“, sagt Student Lukas, der anhand eines Modells das Bauvorhaben vorstellt. „Wir haben mit vielen Materialien experimentiert.“

Leichte Konstruktion, wiederverwendbare Materialien

Die Wände bestehen aus gebrauchten Papp-Obstkisten, die sich die Studierenden vom Großhandel besorgen. Diese werden zu drei Meter hohen Wandmodulen zusammengefügt und zur Wärmedämmung mit Altpapierschnipseln gefüllt. Außen werden die Wände dann mit angekleisterten alten Plakaten verkleidet. Das Dach wird aus Restholz von anderen Baustellen gebaut. Statt einer klassischen Grundsteinlegung haben die Student*innen am 9. Februar schon mal ein Wandsegment mit Dachansatz aufgestellt und auch gleich beklebt.

Die Konstruktion aus Abfallmaterial ist sehr leicht, aber stabil und soll Wind und Regen standhalten. Für die Ewigkeit ist sie natürlich nicht gedacht. „Der Bau soll mindestens ein Jahr stehen, hoffentlich länger“, sagt Lukas.

Treffpunkt für die Nachbarschaft

Der knapp 80 Quadratmeter große Pavillon soll der Nachbarschaft für verschiedene Nutzungen zur Verfügung stehen. Den Großteil der Pavillonfläche nimmt allerdings die Terrasse ein, im 25 Quadratmeter großen Innenraum wird es eine Kochnische, Einbaumöbel und eine Sitzecke geben. Das Gebäude wird beheizbar sein und bekommt einen Stromanschluss, jedoch keine eigene Wasserversorgung.

Schon während der Planungsphase haben sich viele mögliche Nutzer*innen aus dem Flughafenkiez und der Rollbergsiedlung gemeldet. „Der Quartiersrat Flughafenstraße hat auch schon Interesse angemeldet, dort zu tagen“, berichtet Quartiersmanagerin Aysel Şafak. Wie die Raumvergabe geregelt wird, ist noch in der Abstimmung. Das Projekt kooperiert mit dem benachbarten Circular Economy House, kurz CRCLR, das sich in der Rollbergstraße 26 mit Kreislaufwirtschaft und Recycling beschäftigt.

Wer sich für den Bau interessiert oder Nutzungsideen hat, kann jederzeit zur Baustelle auf dem Plateau zwischen Rollberg-Brauerei und Kartbahn kommen und sich mit den Student*innen unterhalten. Wenn alles nach Plan läuft, haben sie spätestens am Ende der Semesterferien, also Mitte April, den Pavillon fertiggestellt.

Laden Sie hier den umfassenden Informationsflyer des Building Cycle Projekts herunter.