Verjüngungskur für die Spiel- und Pausenflächen der Evangelischen Schule

Der Schulhof entlang des Sasarsteigs soll mit Beteiligung der Schülerinnen und Schüler umgestaltet werden

Foto: Birgit Leiß

Foto: Evangelische Schulstiftung in der EKBO

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Foto: Evangelische Schulstiftung in der EKBO

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Foto: baukind GmbH

Die dreieckige Fläche mit dem Holzklettergerät und dem kleinen Wäldchen im unteren Bereich wirkt zwar ansprechend und ist bei den Kindern auch sehr beliebt. Doch sie ist in die Jahre gekommen. Das Holz ist teilweise kaputt und die Seile zwischen den Stangen hängen durch. Dazu kommt: es gibt auf dieser Südseite, abgesehen von einem Sonnensegel, kaum Schatten. Bei den immer heißer werdenden Sommern ist das ein Problem.

Die Evangelische Schule Neukölln hat sich daher zusammen mit der Schulstiftung zu einer Umgestaltung entschlossen. Damit beauftragt wurde die Firma baukind GmbH. Sie hat sich auf Architektur für Kinder spezialisiert und hat viel Erfahrung mit Gestaltung, Neubau und Umbau von Räumen für Kinder und Jugendliche, im Innen- wie im Außenraum. Klar ist: diejenigen, für die gebaut wird, sollen mitreden können. Nach einer ersten Abstimmung mit den pädagogischen Fachkräften wurde ein Entwurfskonzept erarbeitet. Am 10. Juli wurde es mit den Sprecherinnen und Sprechern der Klassen 1 bis 4 diskutiert.  

Schatten bauen, das Gefälle begradigen

Die 20 Jungen und Mädchen hatten in ihren Klassen vorab Ideen gesammelt und auf einer Zeichnung festgehalten. Doch zunächst stellte Gil Ja Geiss von baukind den Stand der Planung vor. Der wichtigste Punkt: die Fläche soll in unterschiedliche Zonen aufgeteilt werden. „Es gibt auch Bereiche, wo wir fast nichts ändern“, erklärte die Architektin und Projektleiterin. Beispielsweise im so genannten Wäldchen, wo sich die Kinder selber Podeste und Tische gebaut haben. Damit es nicht so rutschig wird, sollen hier Trittplatten mit breiten Fugen verlegt werden - breite Fugen deshalb, damit zwischen ihnen Gras herauswächst und Regenwasser versickern kann. Im vorderen Bereich soll eine Kletterzone entstehen mit Baumstämmen zum Balancieren. Statt Sand soll es hier einen Belag aus weichem und strapazierfähigen Kunststoff geben. Als besonderes Highlight haben die Planerinnen einen Seecontainer als Spielgerät vorgeschlagen. Denn die Kinder haben sich schon lange etwas gewünscht, wo sie sich zurückziehen und verstecken können. Der Container wird so plaziert, dass er möglichst viel Schatten wirft. Klar ist auch, dass es weitere Sonnensegel geben soll und zwar solche, die bei Bedarf auch wieder abgenommen werden können, etwa im Winter. An die Kletterzone schließt sich der Sandspielbereich an. Zwischen dieser „Düne“ und dem Wäldchen im unteren Bereich sollen Sitz- und Bewegungsstufen gebaut werden. Sie dienen dazu, die Höhe abzufangen, denn bisher sorgt das starke Gefälle dafür, dass der Sand vom oberen Bereich nach unten wandert.

Seilbahn und Feuerwehrstange?  

Kaum war Gil Ja Geiss mit ihrer Vorstellung fertig, schnellten fast alle Finger in die Höhe. Die Kinder konnten es kaum abwarten, ihre Fragen und Ideen loszuwerden. Die vorgesehene Wasserpumpe, mit der man sich an heißen Tagen abkühlen kann, fanden alle klasse. Ganz hoch im Kurs stand ein Piratenschiff, mit Hängeleiter und Geheimgängen. Doch da musste Gil Ja Geiss die Kinder enttäuschen: „Das werden wir nicht bauen können, Platz und Geld sind nun mal begrenzt.“ Das gilt auch für das von allen gewünschte Seilbahn. „Eine ganz tolle Idee, aber den Platz haben wir hier nicht“, erklärte die Projektleiterin. Über ein Trampolin und eine Feuerwehrstange zum Rutschen könne man nachdenken. Die Kinder hatten sich aber nicht nur tolle Spielgeräte ausgedacht, sie erwiesen sich auch als sehr vorausschauend. Ein Junge äußerte zum Vorschlag einer Nestschaukel Sicherheitsbedenken. Kinder könnten von der Schaukel getroffen werden. Und kann man auf den Treppen nicht stürzen? Da konnte die Architektin die Kinder beruhigen. Es gibt strenge Sicherheitsvorschriften für Spielplätze.

Die Anregungen der Kinder werden nun ausgewertet und fließen in die weitere Planung mit ein.

Rund 250 000 Euro wird die Umgestaltung kosten. Finanziert wird sie über das Quartiersmanagement Flughafenstraße mit Mitteln aus dem Baufonds des Programms Sozialer Zusammenhalt. Nach den Sommerferien sollen die Bauarbeiten beginnen. Bereits Ende des Jahres soll alles fertig sein.