23 Konzerte in 8 Stunden

Am längsten Tag des Jahres wurde am Sasarsteig die Fête de la Musique gefeiert. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Foto: Jens Sethmann

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Nachdem die Gewitterfront über Berlin hinweggezogen war, strahlte pünktlich zum Start des Bühnenprogramms um 14 Uhr die Sonne vom blauen Himmel. 23 Bands und Einzelmusikerinnen und -musiker haben am 21. Juni zur Fête de la Musique am Sasarsteig aufgespielt. Zum Sommeranfang wird jedes Jahr live, umsonst und draußen die Musik an sich gefeiert.

Bunte musikalische Mischung

Acht Stunden lang bekam man die ganze musikalische Vielfalt zu hören, die Nord-Neukölln zu bieten hat. Künstlerinnen und Künstler mit den verschiedensten kulturellen Hintergründen spielten Folklore, Klassik, Latin, HipHop, Pop und Rock. Die meisten Auftritte dauerten kurze 15 bis 20 Minuten. Gegen Abend spielten die Bands, die etwas mehr Gerätschaften aufzubauen hatten, für eine halbe Stunde.

Die Abwechslung war groß. So folgte auf die Rock-Band Aluminium, laut Selbsteinschätzung „die älteste Newcomer-Band der Welt“, die mindestens eine Generation jüngere New-Metal-Band Ruin Royal. Abgelöst wurde sie von der Solarpunk-Afrofuturistin Carmel Zoum, die mit ihren Elektronik-Klängen das Publikum zum Tanzen brachte. Die wilden Stil-Sprünge öffneten den Menschen die Ohren für musikalische Genres, mit denen sie sonst kaum in Berührung kommen.

Sasarsteig als Fête-Ort bewährt

Organisiert wurde alles von engagierten Anwohnenden mit Unterstützung von dem Team der mobilen Stadtteilarbeit. Sie haben nicht nur die Musikerinnen und Musiker angeworben, sondern auch Bratwürste gegrillt sowie Kuchen und Getränke verkauft. Als Bühne diente der Anhänger, der auch für die regelmäßigen Aktionen auf dem Sasarsteig genutzt wird. Für die Zuschauenden wurden Bänke sowie Gartenpavillons und Schirme als Sonnenschutz aufgestellt. Das untere Ende des Sasarsteigs hat sich als guter Ort für die Fête de la Musique erwiesen. Das ehrenamtliche Organisationsteam bekam eine finanzielle Unterstützung aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements Flughafenstraße.

Umsonst und draußen seit über 30 Jahren

Die Fête de la Musique wurde 1982 vom französischen Kulturminister Jack Lang erfunden. Die einfache Grundidee ist, dass am längsten Tag des Jahres Musikschaffende aller Stilrichtungen im öffentlichen Raum kostenlos und ohne großen Aufwand Konzerte spielen.

In Berlin wird die Fête de la Musique seit 1995 gefeiert. Bei der 32. Auflage des Festes gab es in diesem Jahr rund 1400 Auftritte an über 300 Orten – vom Folk-Solisten mit der Akustik-Klampfe vor dem Späti an der Ecke bis zu den Philharmonikern auf dem Kulturforum. Direkt im Flughafenkiez gab es neben dem Sasarsteig noch zwei weitere Locations: die Maghreb Music & Culture Stage in der Karl-Marx-Straße 52 und die Villa Neukölln in der Hermannstraße 233.